Gürtelrose: Risikofaktor Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben ein erhöhtes Risiko, an Gürtelrose (Herpes Zoster) zu erkranken. Doch auch umgekehrt gilt: Eine Gürtelrose kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen – sowohl kurz- als auch langfristig.
- Das Risiko für eine Gürtelrose ist bei Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung um rund 34 % höher als bei Menschen ohne eine solche Vorerkrankung.1
- In den ersten 30 Tagen nach einer Gürtelrose steigt das Risiko für einen Herzinfarkt um 35 %.2
- Auch fünf bis acht Jahre nach einer Gürtelrose bleibt das Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen erhöht, das Risiko für einen Schlaganfall sogar um 38 %.3
Was viele nicht wissen: Eine Gürtelrose kann sich negativ auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Das Virus kann Entzündungen an den Gefäßwänden auslösen. Solche Gefäßveränderungen begünstigen das Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall – auch längerfristig.3
Gürtelrose-Impfung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen – was empfiehlt die STIKO?
Eine Impfung gegen Gürtelrose kann dazu beitragen, Risikogruppen vor der Erkrankung und ihren Komplikationen zu schützen.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Gürtelrose-Impfung bereits ab 18 Jahren, wenn ein erhöhtes Gürtelrose-Risiko besteht (z. B. infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen).4
Ab einem Alter von 60 Jahren empfiehlt die STIKO die Impfung gegen Gürtelrose als Standardimpfung für alle Menschen, auch wenn keine Grunderkrankung vorliegt.4 Beugen Sie Gürtelrose vor.
Gleich aus zwei Gründen: Zum einen haben Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein höheres Risiko, überhaupt an Gürtelrose zu erkranken.1 Zum anderen kann Gürtelrose selbst das Herz-Kreislauf-System belasten: Das Virus löst Entzündungen an den Gefäßwänden aus, die das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen können.3
Ja. Das Virus kann Gefäßentzündungen auslösen, die das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen – auch noch Jahre nach der Erkrankung.3
Die STIKO empfiehlt die Impfung ab 18 Jahren, wenn ein erhöhtes Risiko besteht, etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ab 60 Jahren gilt sie als Standardimpfung für alle, unabhängig von Vorerkrankungen.4
Gürtelrose kann zu lang anhaltenden Nervenschmerzen führen, auch Post-Zoster-Neuralgie genannt.5 Bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht darüber hinaus auch noch Jahre nach der Erkrankung ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.3
Gürtelrose – was Sie wissen sollten
Mehr als 95 Prozent der Erwachsenen tragen das Windpocken-Virus bereits in sich. Es verbleibt nach einem Windpockenausbruch, meist in der Kindheit, im Körper und kann später erneut als Gürtelrose ausbrechen.
Gürtelrose ist keine „einfache“ Hauterkrankung, sondern eine virusbedingte Nervenerkrankung, die mit oft unterschätzten Komplikationen und Spätfolgen einhergehen kann.
im Laufe seines Lebens an Gürtelrose.6
steigt das Gürtelrose-Risiko deutlich an.7
wenn sie das Immunsystem schwächen.
- Marra F, Parhar K, Huang B, Vadlamudi N. Risk factors for herpes zoster infection: a meta-analysis. Open Forum Infect Dis. 2020;7(1):ofaa005.
- Parameswaran GI, Drye AF, Wattengel BA, et al. Increased Myocardial Infarction Risk Following Herpes Zoster Infection. Open Forum Infect Dis. 2023;10(4):ofad137.
- Curhan SG, Kawai K, Yawn B, et al. Herpes zoster and long-term risk of cardiovascular disease. J Am Heart Assoc. 2022;11(23):e027451.
- RKI. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert-Koch-Institut 2025. Epid Bull 2025;45:3–27.
- Gross GE, Eisert L, Doerr HW, et al. S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Zoster und der Postzosterneuralgie. GMS Infect Dis. 2020;8:Doc01.
- Hillebrand et. al: Incidence of herpes zoster and its complications in Germany, 2005-2009. Journal of Infection 2015; Vol 70:178-186.
- Ultsch et al.: Epidemiology and cost of herpes zoster and postherpetic neuralgia in Germany. Eur J Health Econ 14, 1015–1026 (2013).