Warum entsteht eine Gürtelrose?
Gürtelrose ist eine schmerzhafte und oft unterschätzte Nervenerkrankung. Ausgelöst wird sie vom Varizella-Zoster-Virus, das fast alle Erwachsenen durch eine frühere Windpocken-Infektion noch in sich tragen. Aber wie entsteht eine Gürtelrose – und was genau hat das Immunsystem damit zu tun?
Ursache & Auslöser: Das passiert im Körper
Warum das Immunsystem so wichtig ist
Das Immunsystem schützt uns vor Krankheitserregern. Bei einer Erstinfektion erkennt es den Erreger und bildet sogenannte Gedächtniszellen. Diese zirkulieren oft jahrelang im Körper und sorgen dafür, dass wir bei einer erneuten Infektion schneller geschützt sind.1
Ist das Immunsystem geschwächt, steigt auf natürliche Weise das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken.2
Im zeitlichen Verlauf: von Windpocken zu Gürtelrose
Wie häufig ist Gürtelrose?
Über 95 % der Erwachsenen tragen das Varizella-Zoster-Virus nach einer Windpocken-Erkrankung - meist in Kindertagen - in sich.5 Bei etwa einem Drittel kommt es im Laufe des Lebens zu einer Reaktivierung und somit zu einer Gürtelrose.6 In Deutschland gibt es zwischen 300.000 und 400.000 Fälle von Herpes Zoster jährlich.7 Das körpereigene Immunsystem spielt eine entscheidende Rolle dabei, der Reaktivierung entgegenzuwirken.2
Lassen Sie sich bei Unsicherheiten ärztlich beraten und achten Sie auf Warnsignale Ihres Körpers. So können Sie Ihr Risiko für Gürtelrose besser einschätzen und rechtzeitig handeln.
Gürtelrose vorbeugen
Gürtelrose kann ganzjährig auftreten, da sie nicht durch eine erneute Ansteckung entsteht, sondern wie oben beschrieben durch eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus, welches sich bereits im Körper befindet.2 Die Stärkung des Immunsystems ist wichtig, liegt aber nur bedingt in der eigenen Hand. Faktoren wie Alter oder bestimmte Erkrankungen lassen sich nicht beeinflussen.
Was Sie selbst tun können:10, 11
- Ausreichend Schlaf
- Stressreduktion
- Gesunde, vitaminreiche Ernährung
- Regelmäßige Bewegung
- Verzicht auf Nikotin und Alkohol
Fakt ist jedoch: Mit zunehmendem Alter oder zunehmenden Risikofaktoren wird Ihr Immunsystem schwächer.2 Wer beispielsweise merkt, dass Infektionen häufiger auftreten oder die Erholungsphasen länger dauern, sollte sich ärztlich beraten lassen. Solche Signale können ein Hinweis auf eine nachlassende Abwehrleistung sein – und damit auf ein erhöhtes Risiko für Gürtelrose.
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