Gürtelrose: Risikofaktor Rheuma
Menschen mit Rheuma haben ein erhöhtes Risiko, an Gürtelrose (Herpes Zoster) zu erkranken. Zudem ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass schwere Verläufe und Spätfolgen auftreten.
- Menschen mit Rheuma haben ein 1,5 bis 2-fach höheres Risiko, an Gürtelrose zu erkranken als gesunde Menschen.1
- Bei Einnahme bestimmter Rheuma-Medikamente kann das Risiko sogar um bis zu 5-mal höher sein.2
- Die Wahrscheinlichkeit, dass sich anhaltende Nervenschmerzen (Post-Zoster-Neuralgie) entwickeln, ist ebenfalls erhöht.2
Gürtelrose-Impfung bei Rheuma – was empfiehlt die STIKO?
Eine Impfung gegen Gürtelrose kann dazu beitragen, Risikogruppen vor der Erkrankung und ihren Komplikationen zu schützen.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Gürtelrose-Impfung bereits ab 18 Jahren, wenn ein erhöhtes Gürtelrose-Risiko besteht (z. B. infolge von schweren Ausprägungen chronischer Erkrankungen wie Rheuma).
Ab einem Alter von 60 Jahren empfiehlt die STIKO die Impfung gegen Gürtelrose als Standardimpfung für alle Menschen (auch wenn keine Grunderkrankung vorliegt).
Rheuma-Patientin Gudrun erkrankte an Gürtelrose
Die starken Schmerzen, die sich bei Gudrun im Herbst 2023 einstellten, schob die Seniorin zunächst auf die kurz zuvor gestellte Rheuma-Diagnose. Doch wegen der Geschwindigkeit, mit der die Intensität der Schmerzen zunahm, suchte sie schlussendlich die Notaufnahme auf. Diagnose: Gürtelrose.
Die starken Schmerzen hielten mehrere Monate an – und schränkten sie stark ein. Vor allem unter Belastung kehren die Schmerzen auch heute noch zurück – etwa nach längeren Spaziergängen oder bei Kälte.
Gürtelrose – was Sie wissen sollten
Mehr als 95 Prozent der Erwachsenen tragen das Windpocken-Virus bereits in sich. Es verbleibt nach einem Windpockenausbruch, meist in der Kindheit, im Körper und kann später erneut als Gürtelrose ausbrechen.
Gürtelrose ist keine „einfache“ Hauterkrankung, sondern eine virusbedingte Nervenerkrankung, die mit oft unterschätzten Komplikationen und Spätfolgen einhergehen kann.
im Laufe seines Lebens an Gürtelrose.3
steigt das Gürtelrose-Risiko deutlich an.4
wenn sie das Immunsystem schwächen.
1Lucía C. Domínguez-Casas et al. Increased Risk of Herpes Zoster in Rheumatoid Arthritis Is Not Only Due to Jak Inhibitors: Study of 392 Patients from a Single University Center
2Hubert, M. Rheumatiker vor Zoster schützen! Orthop. Rheuma 24, 24 (2021).
3Hillebrand et. al: Incidence of herpes zoster and its complications in Germany, 2005-2009. Journal of Infection 2015; Vol 70:178-186.
4Ultsch et al.: Epidemiology and cost of herpes zoster and postherpetic neuralgia in Germany. Eur J Health Econ 14, 1015–1026 (2013).
1. Robert-Koch-Institut: Gürtelrose (Herpes zoster): Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Erkrankung und Impfung. Stand 06.11.2025. https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Herpes_zoster/FAQ_Uebersicht_HZ.html, aufgerufen am 26.11.2025